Gemeinde Hirschberg

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Hirschberg an der Bergstraße

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Evangelische Kirche Großsachsen

Anschrift und Gottesdienste

Pfarramt
Pfarrerin Simone Britsch
Kirchgasse 8
69493 Hirschberg

Tel.: 06201 51290
Fax: 06201 53066
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Gottesdienste:

  • Sonntag: 09:30 Uhr
Ev. Kirche Großsachsen

Die Geschichte der Kirche

Wer sich Großsachsen auf der Bundesstraße Nr. 3 nähert, erblickt schon von weitem sein Wahrzeichen: den Kirchturm. Nachdem wir die ersten Häuser des Ortes hinter uns gelassen haben, befinden wir uns vor der hochragenden Kirche, deren Westgiebel sich auf der letzten hohen Stufe des Gebirges erhebt, da, wo sie in die Rheinebene absteigt.

Der Giebel ist im gefälligen Barockstil erbaut und krönt eine durch Eckpfeiler geschmückte Fassade. Wer in Erinnerung an italienische Kirchen ein dem Giebel entsprechendes Eingangsportal sucht, findet nur eine bescheidene Pforte. Wer vom Dorfe kommend durch die Kirchgasse vor die Kirche tritt, trifft auf den gewaltigen Turm mit einer Eingangspforte, noch schmaler und unansehnlicher als die der Westwand. Auch der Eingang von der südlichen Breitseite ist bescheiden. Da es offenbar kein Hauptportal gibt, betreten wir durch den südlichen Eingang die Versammlungshalle und erblicken vor uns den Abendmahlstisch, die Kanzel und das leuchtende Glasfenster mit dem Bild des predigenden Heilands, das von allen Kirchenplätzen aus gesehen wird. In dem schlichten Versammlungsraum wirkt es wie eine himmlische Erscheinung und lenkt Gedanken und Empfindungen auf den christlichen Glauben und die Form seiner Verkündigung, die Predigt. (Das Fenster ist eine Stiftung von Karl Feder, dem Mitbegründer der einstigen Preßhefefabrik und stammt aus der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert.) Ursprünglich war der südlichen Breitseite der Kirche der Friedhof vorgelagert.

Wer sich erinnert, daß die Kirche im Jahre 1760 erbaut wurde, in dem Jahrhundert der Aufklärung, der Revolution und mystischer Bewegungen, wird geneigt sein, in dem Kirchenbau den architektonischen Ausdruck jener Zeit und des damaligen Zustandes der reformierten Kirche zu erblicken. Die reformierte Kirche ist in der Schlichtheit des Äußeren und der Versammlungshalle zum Ausdruck gekommen. Die enge Pforte im Turm, durch die die meisten Besucher sonntags eintreten, erinnert an die enge Pforte von der es im Evangelium heißt, daß sie zum Leben führe. Der Barockgiebel, der so einladend über die Rheinebene grüßt, ist ein Abbild der Heiterkeit des Lebens und der Turm auf der entgegengesetzten Seite der Kirchenhalle, repräsentiert den Ernst und die Festigkeit des Christenmenschen.

1673 im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde von den französischen Truppen unter Turenne die Kirche ausgebrannt, die Fenster eingeschlagen, Kanzel und Pfarrstuhl wurden zerstört, Glocken und Orgel wurden weggeführt. 1687 wurden Turm und Kirche wieder restauriert. Die Renovierung kann aber nur mangelhaft gewesen sein, denn 1700 beklagt sich Pater Spiridion gegenüber seiner katholischen Kirchenbehörde, daß während des Gottesdienstes durch den Wind die Kerzen verlöschten und die Hostie Gefahr liefe vom Abendmahlstisch geweht zu werden. Die Amtshandlung des Pater Spiridion in der evangelischen Kirche erklärt sich durch das Simultaneum, durch das im Jahre 1698 verfügt worden war, daß in allen Gemeinden, in denen 7 oder mehr Seelen katholisch waren, abwechselnd evangelischer und katholischer Gottesdienst abzuhalten sei. 1705 wurde diese Anordnung abgelöst durch die pfälzische Kirchenteilung, durch weiche ein Teil der evangelischen Kirchen den Katholiken zugesprochen wurden. Damals wurde die Kirche in Hohensachsen katholisch. Die vielen Kriegsschäden machten den Gottesdienst in der Kirche manchmal für Jahre hinaus unmöglich, so daß die Gemeinde Großsachsen geteilt zur Hälfte in Leutershausen zur anderen Hälfte in Hohensachsen eingepfarrt werden mußte.

Die Einwohner rechts des Apfelbaches gingen nach Hohensachsen, die links von ihm nach Leutershausen in die Kirche. Im Jahre 1724/25 wurde die Kirche neu aufgebaut, aber entsprechend den spärlich verfügbaren Mitteln geschah die Erneuerung notdürftig, so daß ein Sturm im Jahr 1734 den Turm umstürzen und auch einen Teil des Kirchen-Hauptbaues zerstören konnte. Erst 1760 konnten die Mittel für einen gediegenen Neubau der Kirche aufgebracht werden. Nun erst entstand die Kirche, die noch heute in ihrer ursprünglichen Festigkeit steht.