Gemeinde Hirschberg

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Hirschberg an der Bergstraße

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Brunnen

Wasser ist ein kostbarer Saft

Heute ist der Vorgang denkbar einfach: Man dreht am Hahn, und schon sprudelt das Wasser aus der Leitung. Auch in Hirschberg sprudeln die 17 Brunnen: 11 im Ortsteil Leutershausen, sechs in Großsachsen. Kaum etwas ist über diese Brunnen in den Archiven zu finden, es gibt so gut wie gar keine Aufzeichnungen. Unser Mitbürger Werner Hildebrand hat sich daher die Mühe gemacht die Historie der Leutershausener Brunnen zu erforschen. Ihm verdanken wir den Großteil der nachfolgenden Beschreibung.

Bleiben wir in Leutershausen, das schon früher den Beinamen "Brunnendorf" bekam. Eigentlich waren es neun Brunnen, die das lebensnotwendige Naß spendeten. Zwei wurden "dicht gemacht" oder fielen Baumaßnahmen zum Opfer. In früheren Zeiten wurden die wenigen Brunnen im Ort aus den Quellen des Waldes gespeist. Im Jahre 1899 änderte sich die "Heisemer Wasserlandschaft" grundlegend.

Es wurde eine Wasserleitung installiert, die damals 100.000 Mark kostete, eine weitblickende Leistung des damaligen Bürgermeisters Adam Förster und der Gemeindevertretung. Trotz der vielen Vorteile, die diese Leitung mit sich brachte, ging aber auch ein Stück Idylle verloren. Bald wurden es immer weniger Frauen und Mädchen, die am Samstagnachmittag an den Brunnen Wasserkübel, Milcheimer und Geschirr blitzblank scheuerten. Andere Zeiten eben.

Dorfbüttel mit Brunnen
Ortsbrunnen Großsachsen

Wo sind sie denn zu finden, diese sieben Brunnen? Beginnen wir ganz oben in der Steig. Da steht der "Petersbrunnen", kaum zu übersehen auf dem Weg ins Vorgebirge oder zum Friedhof. Bekannt wurde der Brunnen durch die "drei Peter", die ihn 1958 gebaut haben: Peter Probst, Peter Schneider und Peter Lessle. Das Wasser dieses Brunnens kommt von dem Gewann "Margarethenruhe", wird über den Kahlberg zum Friedhof und weiter zum "Petersbrunnen" geleitet. Noch heute kann am Kahlberg an zwei Zapfstellen Wasser geholt werden. Die Anwohner in der Steig veranstalten unregelmäßig zum Gedenken an die "drei Peter" ihr beliebtes Steigfest. Etwa hundert Meter entfernt, am Landwehrhagener Platz, befindet sich am Alten Leutershausener Schulhaus der älteste Brunnen, 1934 gebaut.

Landwehrhagener Platz
Lindenbrunnen

Vielen Kindern diente der Brunnen früher als "Durstlöscher", sie "witschten" während der Pause schnell zum Brunnen und löschten ihren Durst. Durch die Unterführung am Alten Rathaus gelangt man etwa fünfzig Meter weiter an den dritten Brunnen beim Dohlweg. Dieser Brunnen steht etwas versteckt an einer kleinen Anlage und wurde 1981 gebaut. Gespeist wird auch dieser Brunnen mit dem Wasser aus der "Margarethenruhe. Entlang des Dohlwegs, genau unterhalb des Alten Rathauses in der Vordergasse, steht Nummer vier: der Rathaus-Brunnen. 1988 gebaut und damals scherzhaft "Seufzerbrunnen" getauft. Es wurde gemunkelt, dass hier der Schweiß der Rathausbediensteten herausfließen würde. Auch dieser Brunnen führt Wasser aus der "Margarethenruhe". Einer der bekanntesten Brunnen ist zweifellos der "Kronen-Brunnen" (1984) am ehemaligen Gasthaus "Zur Krone", der nach der Renovierung 1998 feierlich eingeweiht wurde.

Der Weg zum sechsten Brunnen führt durch die Kreuzgasse und Martin-Stöhr-Straße zum "Löwen-Brunnen". Hier schöpfen die Anwohner nicht nur ihr Wasser zum Blumengießen, sondern der Brunnen ist auch zum beliebten Spielplatz der Kinder geworden, die dort bei großer Hitze mit ihren "Wasserspielen" plätschern. Der siebte und achte Brunnen in Leutershausen befinden sich etwa 100 Meter weiter in Richtung Großsachsen. An der Ecke Bahnhofstraße/Hauptstraße wurde ein Findling 2000 in einen Brunnen verwandelt. Auf der gegenüberliegenden Seite steht seit 1980 am "Großsaasemer Tor", ein weiterer Brunnen. Die Nummer Neun finden wir an der Markthalle. Dort wurde dieser Brunnen, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Denkmal des Dorfbüttels, im Zuge der Neugestaltung der Ortsmitte 2001 erstellt. Der zehnte Brunnen, eigentlich kein richtiger Brunnen, sondern eher eine öffentliche Wasserstelle, befindet sich am neuen Rathaus. Dieser wurde der Gemeinde, zum 10 jährigen Partnerschaftsjubiläum von der Partnergemeinde Brignais, gestiftet. Der elfte Brunnen, wenngleich auch kein "Leitungsbrunnen" sondern eher ein Wasserspiel findet sich eher versteckt auf dem Spielplatz gegenüber der Martin-Stöhr-Schule, und die Nummer Elf plätschert, last but not least, seit Beginn der Partnerschaft mit Brignais, am gleichnamigen Brignais-Platz vor sich hin.

Straßenfestbrunnen Kreuzgasse
Talstraße-Lettengasse

Auch im Ortsteil Großsachsen sind einige Brunnen zu entdecken. Der alte Dorfbrunnen, der heute am Niederauer Platz in der Breitgasse steht, befand sich früher an der Ecke Landstraße / Breitgasse. Im weiteren Verlauf der Breitgasse kann man an der Ecke zur oberen Bergstraße den zweiten Brunnen entdecken. Nochmals 200 Meter weiter findet man den dritten Brunnen am Eingang zur Lettengasse und in der Mitte der Lettengasse (1894) bei der Einmündung "Im Brünnel", etwas versteckt plätschert der vierte Brunnen. Zurück im alten Ortskern findet man in der Kirchgasse den Gassenfest Brunnen, der 1988 errichtet wurde und im Bürgermeister Mayer Weg ist der sechste und letzte Brunnen zu entdecken.