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Hirschberg an der Bergstraße

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Station 11 - Ehemaliges katholisches Schwesternhaus

Ehemaliges Katholisches Schwesternhaus

Kindergarten in Leutershausen (Anfang der 50er Jahre)
Maria Judith, eine der letzten Niederbronner Schwestern.


1700: Hier stand das erste Schulhaus der Gemeinde, das bald danach die katholische Schule aufnahm, bevor diese 1819 in die Vordergasse umzog.

1906: Der Katholische Kirchenfonds errichtete das heutige Gebäude als Schwesternhaus. Hier betrieben die „Niederbronner Schwestern“ einen Kindergarten und eine „Nähstub“, wo Mädchen nach der Schule Nähen und Sticken lernten.

1969: Das Haus ging an die politische Gemeinde zur Vergrößerung des Rathauses über, die Arbeit der Schwestern wurde bis 1983 im katholischen Gemeindezentrum in der Fenchelstraße fortgesetzt.

Katholiken in Leutershausen

In der Zeit nach der Re­formation wechselte die Religionszu­­­ge­hörigkeit der Herrschaft mehrfach. Im Augsburger Reli­gions­frieden von 1555 wurde festgelegt, dass der Fürst eines Landes berechtigt war, die Religion für dessen Bewohner vorzugeben. So wechselte unter Umständen mit jedem Kurfürsten auch die Konfession in der gesamten Kurpfalz.

Der 30-Jährige Krieg und seine Folgezeit bewirkten eine Mischung der Konfessionen, so waren im Jahr 1671 etwa ein Drittel der Bevölkerung Leutershausens Katholiken. Sie wurden von der protestantischen Herrschaft toleriert, konnten aber ihre Religion nur im Privaten ausüben.

Ab 1700 jedoch förderten die katholischen ortsansässigen Grafen Wiser die Ansiedlung von Katholiken, so dass es um 1800 in Leutershausen 42% Katholiken gab.

Viele der Neuankömmlinge waren arme Tagelöhner und Handwerker.

Der Zuzug schaffte viel Missstimmung unter den Alteingesessenen, weil sie die Neuen als Konkurrenten erlebten. Diese Spannungen waren in Leutershausen besonders stark und dauerten bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts an.